Donnerstag, 19. August 2010

Hoffnung #4

Hoffnung ist leichter zu erlangen, als mir lieb ist. Die Hoffnung beispielsweise, die am Anfang eines Kennenlernens in den Worten beider keimt. Die Hoffnung dort, dass die Worte nicht nur den Moment beschreiben, sondern die Zukunft. Dass sie sagen - es bleibt so - das ist wahr - die Zukunft ist sicher!
Selbst zu wissen, dass es nicht so ist, es Aussagen des Momentes sind und nicht die Frage zählt "bist du morgen noch da?" sondern "wunderbar, du bist immernoch da!" - das eigentliche Verlieben jeden Tag auf's Neue mag diese Hoffnung nicht ersticken, sondern sie wächst und gedeiht in all Ihrer klammernden Blüte. Mit jedem Tag im Umklammern der Sicherheit wird es schwerer und schwerer an ein Loslassen zu denken.
Aus der einst so lockeren freundlichen Herangehensweise wird ein Krampf. Es ist fast so, als würde es ein Schlauch voll Wasser sein und die Umklammerung verstopft ihn nach und nach, bis er gar aufhört zu fließen - nur ein Loslassen würd ihn wieder fließen lassen, doch wie schwer das ist.

Ich klammere mich an Hoffnung, nicht an Menschen. Hoffnung, es würde alles anders, die Zukunft würde...
Aber es ist die Zukunft.
Das Glück liegt nur im Hier und Jetzt.
Eine Garantie, dass das Morgen besser wird kann niemand geben. Es kann so viel schlechter sein und aus der Angst darum entsteht schon eine Paranoia. Umso stärker die Umarmung, desto mehr wächst sie heran.

Verlangen ist keine Liebe. Verlangen nach jemandem. Verlangen, dass jemand sich auf eine bestimmte Art verhält. Verlangen nach Aufmerksamkeit. Verlangen nach Verständnis. Alle Verlangen sind genau das - Verlangen. Nicht mehr.

Das ist Loslassen.

Es ist nicht einmal eine neue Erkenntnis.

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